Überblick über die Dauer von Wehr- und Ersatzdienst
Im Rahmen der Remilitarisierung der BRD hat der Bundestag 1956 die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht beschlossen. Die ersten Rekruten rückten am 1. April 1957 in die Kasernen ein. Die Dienstdauer betrug anfänglich 12 Monate.
Zur Ableistung eines Ersatzdienstes werden Kriegsdienstverweigerer seit dem 10. April 1961 herangezogen. Zwischen 1957 und 1961 gab es keinen Ersatzdienst. Es gab weder entsprechende Rechtsvorschriften noch Stellen für Kriegsdienstverweigerer. Die Anzahl der Kriegsdienstverweigerer ist noch sehr gering: Sie gelten als Drückeberger, Spinner und Vaterlandsverräter. Lediglich einige tausend KDV-Anträge werden pro Jahr gestellt. Erst Ende der 1960er-Jahre - vor dem Hintergrund des Vietnam-Krieges und der APO - gibt es einen vergleichsweise deutlichen Anstieg von Kriegsdienstverweigerern. Die Anerkennungsquote sinkt in der ersten Instanz auf unter 50 Prozent. Der Ersatzdienst wird 1973 in Zivildienst umbenannt.
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Zeitraum |
Wehrdienst |
Ersatz-/Zivildienst |
|---|---|---|
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01.01.1957 - 31.03.1962 |
12 Monate |
12 (+9) Monate¹ |
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01.04.1962 - 30.06.1962 |
15 Monate |
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01.07.1962 - 31.12.1972 |
18 Monate |
19 (+9) Monate¹ |
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01.01.1973 - 31.12.1983 |
15 Monate |
16 Monate |
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01.01.1984 - 30.09.1990 |
15 Monate |
20 Monate |
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01.10.1990 - 31.12.1995 |
12 Monate |
15 Monate |
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01.01.1996 - 30.06.2000 |
10 Monate |
13 Monate |
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01.07.2000 - 31.12.2001 |
9 Monate |
11 Monate |
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01.01.2002 - 30.09.2004 |
9 Monate |
10 Monate |
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01.10.2004 - 30.11.2010 |
9 Monate |
9 Monate |
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seit 01.12.2010² |
6 Monate |
6 Monate |
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seit 01.07.2011 |
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¹ seit April 1961
² Die Verkürzung auf sechs Monate erfolgt faktisch zum 1.7.2010 rückwirkend, da Wehrpflichtige Ende 2010 nach sechs Monaten Dienst entlassen wurden.
In der DDR wurde die Wehrpflicht nach dem Bau der Mauer eingeführt. Im Mai 1962 mussten die ersten Wehrpflichtigen ihren Dienst antreten. Die Wehrdienstdauer von 18 Monaten blieb bis April 1990 gleich lang.
