Generalmajor Hans Oster
1. Geboren 9. August 1887 in Dresden, am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg ermordet.
2. 1908 Leutnant, 1914 Oberleutnant, 1916 Hauptmann. Nach dem ersten Weltkrieg Übernahme in die Reichswehr. 1928 Major, 1932 Verabschiedung aus der Armee wegen einer außerehelichen Affäre, 1933 Wiedereintritt als Zivilangestellter, ab 1935 unter Leitung von Admiral Wilhelm Canaris als Oberstleutnant und Ergänzungsoffizier in der Abwehrabteilung des Reichswehrministeriums (später: OKW) tätig. 1938 Chef der Zentralabteilung im Amt Ausland/Abwehr. 1939 Oberst. 1942 Generalmajor.
3. Seit der Röhm-Affäre Hitlergegner, „bemühte sich um aktive Widerstandspläne bei der Septemberverschwörung 1938 und im Herbst 1939“.(1) Im Amt Ausland/Abwehr wurde ihm von Admiral Canaris freie Hand bei „konspirativen Aktionen“(2) gelassen. Oster übernahm bei den Umsturzversuchen zentrale Aufgaben und stand „im Mittelpunkt der Widerstandsgruppe in der Abwehr“.(3) „Wie sein Vorgesetzter Canaris ist Oster aus einer nationalkonservativen Haltung heraus ein Gegner Adolf Hitlers. Er beteiligt sich während der Sudetenkrise an Umsturzplänen innerhalb der militärischen Führung, um einen Krieg zu verhindern.“ (4) Doch dies scheiterte. 1940 versuchte Oster, die Westmächte über den bevorstehenden Krieg im Westen zu informieren, um den Krieg zu verhindern. Es misslang, weil die Westmächte an der Ernsthaftigkeit der Informationen zweifelten.(5) Die Gruppe um Oster schickte auch Aktivisten des Widerstands als Konsulatsangehörige getarnt ins Ausland, um dort Kontakte zu den Westalliierten zu knüpfen.(6)
Oster wurde im April 1943 wegen angeblicher Devisenvergehen vom Dienst suspendiert und Ende April 1944 aus dem aktiven Wehrdienst entlassen. Er sollte nach einem gelungenen Staatsstreich Präsident des Reichskriegsgerichts werden. Oster wurde am 21. Juli 1944 verhaftet und im April 1945 im KZ Flossenbürg auf Befehl Hitlers ermordet.(7)
Anmerkungen:
(1) Gerd R. Ueberschär, Stauffenberg. Der 20. Juli 1944. Frankfurt am Main 2004, S. 83 f.
(2) Ebd.
(3) http://www.gdw-berlin.de/bio/ausgabe.php?id=68
(4) http://www.dh-museum.com/lemo/html/biografien/OsterHans
(5) Wolfgang Benz/Walter H. Pehle (Hrsg.), Lexikon des deutschen Widerstandes. Frankfurt am Main 1994, darin: Teil II. Lexikon, Stichwort: Abwehr, S. 159.
(6) Ebd., Stichwort: Auslandskontakte, S. 168.
(7) Ueberschär 2004 ebd.
