Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben
1. Geboren: 4. Dezember 1881, hingerichtet am 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee.
2. 1889 Eintritt in die preußische Armee als Offiziersanwärter. 1901 Leutnant, 1910 Oberleutnant, 1914 Hauptmann. Teilnahme am 1. Weltkrieg, zunächst als Kompaniechef und Bataillonskommandeur, nach einer schweren Verwundung im Generalstab. 1919 Aufnahme in die Reichswehr. 1923 Major, 1929 Oberstleutnant, 1931 Oberst, 1934 Generalleutnant, 1936 General der Infanterie, 1938 Generaloberst und Oberbefehlshaber des Wehkreises III (Berlin), August 1939 Oberbefehlshaber der 1. Armee. Teilnahme am Krieg gegen Frankreich. Von Hitler 1940 zum Generalfeldmarschall und zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe D in Frankreich ernannt. Mai 1941 Oberbefehlshaber West in Paris. März 1942 aus gesundheitlichen Gründen (1) bzw. weil er verdächtigt wurde, Verbindung zu oppositionellen Kreisen in der Wehrmacht zu haben (2), in die Führerreserve versetzt.
3. Der Berufssoldat entstammte einer Soldatenfamilie. Er engagierte sich in nationalkonservativen Kreisen innerhalb der Wehrmacht, um die Tradition der Armee zu bewahren. Wandte sich Mitte der 1930er gegen die Einbindung der Wehrmacht in das NS-Regime.(3) Seiner militärischen Karriere tat dies keinen Abbruch. 1938 gehörte er zum Kreis um den Generalstabschef Beck, der gegen den geplanten Krieg gegen die Tschechoslowakei protestierte. Im Herbst 1938 gehörte er zu den führenden Köpfen, die einen Umsturz planten. Seine nationalkonservative, den Nationalsozialismus ablehnende Einstellung hinderte ihn nicht daran, sich als Armee-Oberbefehlshaber am Überfall auf Polen und den Westfeldzug 1940 zu beteiligen. Nach seiner vorzeitigen Entlassung und Abkommandierung zur „Führerreserve“ hatte er zwischen 1942 und 1944 Kontakt zu zivilen und militärischen Widerstandskreisen und befürwortete inzwischen einen Anschlag auf Hitler.(4) Im Rahmen des Staatsstreichs des 20. Juli war er als Oberbefehlshaber der Wehrmacht vorgesehen. Am 20. Juli 1944 war er selbst nur abends für knapp 1 Stunde im Bendlerblock, übersah offensichtlich die Lage („Schöne Schweinerei, das!“) und verabschiedete sich. Einen Tag später festgenommen, wurde er am 8. August 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.(5)
Anmerkungen:
(1) So Peter Steinbach/Johannes Tuchel: Lexikon des Widerstands 1933-1945, 1994, S. 233.
(2) So: www.dhm.de/lemo/html/biografien/WitzlebenErwin/
(3) www.dhm.de/lemo/html/biografien/WitzlebenErwin/
(4) www.dhm.de/lemo/html/biografien/WitzlebenErwin/
(5) Carl Dirks, Karl-Heinz Janßen, Der Krieg der Generäle. Berlin 1999 S. 179.
