Bundeswehrchronik 1976 - 1985
1976
17. August 2007: Besatzungsmitglieder eines Bundeswehr-Kriegsschiffes (Tender Rhein) zeigen auf See gegenüber Schiffen der DDR-Kriegsmarine den Hitlergruß.
Oktober: Das Aufklärungsgeschwader „Immelmann“ organisiert ein Traditionstreffen mit ehemaligen Wehrmachtssoldaten des gleichnamigen Sturzkampfgeschwaders der Wehrmacht. Mit dabei der Ex-Stukaflieger und überzeugte Nazi Rudel. Ein Skandal folgt. Zwei Generäle, die das Treffen öffentlich verteidigen, müssen gehen. Sie führen u.a. aus: „Solange noch Linksextremisten und ehemalige Kommunisten, die früher in Moskau waren, im Bundestag sitzen, können Sie doch die Teilnahme Rudels nicht tadeln.“ Der CDU-Abgeordnete Manfred Wörner, Major der Reserve und Pilot der Luftwaffe, später Verteidigungsminister, kommt den Generälen zu Hilfe und unterstützt ihre Argumentation. Aus der „Affäre Rudel“ wurde in der parlamentarischen Debatte eine „Affäre Wehner“.
1977
An der Bw-Hochschule in München spielen Offiziere „Judenverbrennen“ und singen Nazilieder. Monatelang wird dieser Vorfall verschwiegen. Ausbilder der Offiziere ist Ernst Nittner, seit 1938 Mitglied der SS. Von 1973 bis zu seiner Pensionierung 1980 lehrt er als Professor für Zeitgeschichte, zuletzt gehört er dort dem Lehrstab Innere Führung an.
1978
Flottillenadmiral Horst Wenig bezeichnet den österreichischen Kanzler Kreisky als „Juden, den Hitler hätte mit vergasen müssen.“ Ein interne Untersuchung bleibt ohne Folgen.
1980
An den Trauerfeierlichkeiten anläßlich des verstorbenen Großadmirals der Wehrmacht Dönitz nehmen Bundeswehrsoldaten in Uniform teil.
1982
An den Trauerfeierlichkeiten anläßlich des verstorbenen Ex-Stukafliegers und überzeugten Nazis Hans-Ulrich Rudel nehmen Bundeswehrsoldaten in Uniform teil. Verteidigungsminister Apel erlässt die „Richtlinien zum Traditionsverständnis in der Bundeswehr“ (Traditionserlass).
