Am Hindukusch und anderswo
Stefan Gose: über Militärausgaben
Militärische Kosten sind politische Zahlen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, gibt es die populäre Variante, sämtliche Verteidigungsetats (Einzelplan / EP 14 des Bundeshaushaltes) seit 1955 zusammenzuzählen, auf einen inflationsbereinigten Wert umzurechnen und dann prozentuale Veränderungen oder Anteile am Bundeshaushalt zu errechnen. Noch banaler ist der schlichte Abgleich mit dem Vorjahreswert des EP 14, je nach politischer Intention gewürzt mit Inflationsrate, Bruttosozialprodukt, Nato-Ausgabenzielen, "außerplanmäßigen" Ausgaben etc. - oder bewusst ohne Rahmendaten. So verfährt das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) bei der jährlichen Haushaltsaufstellung, um den Steuerzahlern vorzugaukeln, wie wenig die derzeit etwa 250.000 Soldaten und 110.000 Zivilbeschäftigten kosten und dass die seit etwa 30 Jahren behauptete "Unterfinanzierung" der Bundeswehr mit ein paar weiteren Milliarden gelindert werden könnte...
© PapyRossa Verlag Köln 2005
