"Einsatzarmee" Bundeswehr: Tod und Verwundung
THEMENPAPIER 2 (April 2009)
Ulrike Gramann
Inhalt Seit Gründung der Bundeswehr starben beinahe 3.000 Menschen, die in ihrem Dienst standen, bislang weit überwiegend durch Unfälle, unsachgemäßen Waffengebrauch, eine (noch) geringe Zahl auch im Auslandseinsatz. Letztere werden inzwischen gelegentlich auch als "Gefallene" bezeichnet. Die Umstände, die zu Tod und Verwundung von Soldaten im "normalen Dienst" führen, wird in der Öffentlichkeit kaum erwähnt.
Im Jahr 2009 gab die Bundesregierung aufgrund einer Kleinen Anfrage im Bundestag erstmals detaillierte Zahlen zu Tod und Verletzung im Dienst bekannt. Dabei blieben jedoch auch zahlreiche Fragen offen, so der Anteil Wehrpflichtiger. Ob ein Soldat im Auslandseinsatz oder im "normalen Dienst" verwundet oder getötet wird, ist entscheidend dafür, welche Leistungen und Entschädigungen er bzw. die Hinterbliebenen erhalten.
Wie viele Menschen bislang in direkter Verantwortung oder durch Mitwirkung der Bundeswehr getötet wurden, darüber macht die Bundesregierung keine Angaben. Die Tatsache, dass Soldaten im Dienst verletzt werden und sterben können, ist spätestens mit Errichtung des Bundeswehr-Ehrenmals in Berlin ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Die Tatsache, dass zu den „Risiken“ des Militärdiensts auch gehört, auf Befehl zu verletzen und zu töten, findet derzeit kaum öffentliche Erwähnung. Beides jedoch gehört in die öffentliche Diskussion um die Auslands(kriegs)einsätze der Bundeswehr.
