Private Militärdienstleister. Modernes Söldnertum und seine Bedeutung im internationalen Sicherheitsgefüge
POSITIONENPAPIER 7 (Dezember 2007)
Reimund Homann
Inhalt Private Militärdienstleister haben Konjunktur. Wo staatliche Armeen "effizienter" werden sollen, ist der Einsatz dieser "modernen Söldner" ökonomisch folgerichtig. Ebenso folgerichtig führt er jedoch dazu, dass das Gewaltmonopol des Staates unterhöhlt wird. Und er führt zu Gewaltexzessen, wie der Folterskandal von Abu Ghuraib (2003) zeigte.
Military Provider Firms bieten sich für den Einsatz bei Kampfhandlungen an, Military Consultant Firms sind das Äquivalent zur zivilen Unternehmensberatung, während "militärische Zulieferer" v.a. logistische Unterstützung leisten. Der Militärsektor ist einer der umsatzstärksten in der Welt. Deshalb vertreten Private Military Companies nicht bloß die Interessen ihrer Auftraggeber, sondern auch das Eigeninteresse an umfangreichen, andauernden, einträglichen Einsätzen. Die Beschäftigten dieser Branche verdienen i.d.R. deutlich besser als Angehörige des regulären Militärs.
In der Bundesrepublik sind bis dato Kernaufgaben des Militärs nicht privatisiert. doch der Umbau der Bundeswehr zur Interventionsarmee beinhaltet bereits jetzt die Privatisierung von Aufgaben, die nicht in den Kernbereich der Bundeswehr gehören.
