Bundeswehrskandal Coesfeld. Bedauerlicher Einzelfall oder mehr?

POSITIONENPAPIER 8 (Januar 2008)
Michael Behrendt

Inhalt Im März 2007 begann der Prozess gegen ursprünglich 18 Ausbilder der Bundeswehr, einen Offizier und 17 Unteroffiziere. Ihnen wurde vorgeworfen, im Sommer 2004 Rekruten während der Ausbildung körperlich misshandelt und entwürdigend behandelt zu haben. Der Skandal von Coesfeld und der damit verbundene Prozess geben einen Einblick in das Innenleben der Bundeswehr.

Anders als die militärische Führung und die verantwortlichen Politiker behaupten, ist Coesfeld keinesfalls ein Einzelfall gewesen. Wenn ein Rekrut zum Soldaten gemacht wird, wird er damit zum Gewaltexperten erzogen. Das geschieht oft mit Formen von Gewalt, wie Innendienst (putzen etc.) als "erzieherische Maßnahme", Bestrafung für Krankmeldung oder sogar Kollektivstrafen. Entgegen dem Ideal der "Inneren Führung" leitet sich auch heute das soldatische Selbstbild aus dem "Soldatenhandwerk" ab. Das antidemokratische Prinzip von Befehl und Gehorsam, das in der Bundeswehr gilt wie in jeder Armee, leistet struktureller und personaler Gewalt Vorschub und führt sogar direkt dazu.

Bundeswehrskandal Coesfeld - ein Einzelfall?

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